Die Einzelausstellung im Herbst gilt dem zeichnerischen bzw. malerischen Werk des 1948 als französischer Staatsbürger in Tübingen geborenen, in Basel und Südfrankreich lebenden
Multimediakünstlers Matias Huart. Nach einem Studium bei Olivier Messiaen (Orgel-Diplom) und ersten Kompositionen elektronischer Musik, setzte ab 1971 der Anfang von Matias Huarts
zeichnerischem Oeuvre ein, das alsbald in Ausstellungen in Basel, Zürich, Paris und New York vorgestellt wurde. Es folgten zahlreiche Konzerte und Musik-Performances in Basel (Kunsthalle),
Zürich (Tonhalle), Amsterdam, Paris (Centre Pompidou), Berlin, eine Europa-Tournee mit John Cage, Video-Arbeiten für Maurizio Kagel, Musik-kompositionen für Laurie Anderson und Fernseh-Filme.
Matias Huart wirkte mit an Schallplatten-Aufnahmen von Nina Hagen, an Radiosendungen im In- und Ausland, choreographierte und komponierte für das polnische Fernsehen, das Theater Basel,
synchronisierte live synthetische Laserbilder für die Musik Bohuslav Martinus, gespielt von der Basel Sinfonietta im Stadtcasino Basel. Während ausgedehnten Reisen und Arbeitsaufenthalten
zwischen Europa und Afrika arbeitete Matias Huart weiter an Musikkompositionen für Film, Ballett und Theater, sowie an Fernseh-filmen, u.a. über A. Gaudis Werk. Seit 1992 findet eher eine
starke Konzentration auf bildnerisches Schaffen, bzw. eine tiefe Auseinandersetzung mit der “gezeichneten Linie“ statt, welche beharrlich weiter verfolgt wird. Seine gemalten Zeichnungen, bzw.
gezeichneten Bilder gleichen Liniengeflechten, Liniengewirren, die sich zwischen Forschung und Mythos, zwischen Ordnung und Chaos bewegen und Assoziationen mit kosmischen Systemen evozieren.
Anfänglich von Albrecht Dürers (nach Leonardo) ornamentalen Holzschnitten “Knoten“ inspiriert, entwickelte sich die dynamisch, jedoch präzise gezogene, in sich verschlungene Linie zu
sphärischen, in einem quadratischen Bildraum schwebenden Linienplaneten, zu monochromen bzw. polychromen, dichten Netzen und feinmaschigen, drahtähnlichen Strukturen und Gebilden, zu
symmetrisch geordneten Nuclei und unendlichen Spiralen ohne Anfang und Ende, zu Geästen oder labyrinthischen und dennoch klar wirkenden Landschaften von karthografischem Charakter, räumlich
oder flächig, scheinornamental. Energiegeladene Liniengebilde und Linienverläufe suggerieren Dynamik, Bewegung und Gegenbewegung, Rhythmik. In den letzten Jahren widmete sich Matias Huart
vermehrt dem sich gleichzeitigen Ereignen bzw. Aufeinanderstossen von Malerei und Zeichnung. Auf der Suche nach Schönheit, nach “complexité et clarté“, wie Matias Huart unermüdlich betont,
entstehen “ex zentrisch“ per Tinte und Aquarell auf Papier, resp. per Acrylfarbe auf Leinwand klare offene Strukturen, linienumrissene Farbflächen von hoher malerischer Qualität. Die
Ausstellung im Kunst Raum Riehen mit älteren und neueren Arbeiten hebt Stringenz und Kontinuität des künstlerischen Oeuvres hervor.
Né en 1948 à Tübingen, l'artiste français , Matias
Huart, vit à Bâle et dans le sud de la France.